Anwendung und Funktion von Pumpen in der Kosmetikindustrie

Kosmetikunternehmen müssen ständig neue Wege finden.

Fertig produzierte Kosmetikprodukte

Wo hat der Begriff Kosmetik seinen Ursprung?

In der Vergangenheit hat Körperschmuck oder die Verzierung unseren Körpers immer schon eine große Rolle gespielt. Die Geschichte der Kosmetik reicht weit zurück. Bereits schätzungsweise 5000 Jahre vor Christus probierten sich die Römer, Ägypter und Griechen mit der Körperverschönerung aus. Die Funktion damals war, den Körper vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Sie rieben sich mit Salben und Ölen ein um gut zu riechen und schminkten sich mit pulverisiertem Malachit, Bleiglanzpuder und Zinnober.

Das Schönheitsideal veränderte sich auch damals schon stetig und bereits im Mittelalter waren die Anforderungen an die Kosmetik komplett anders. Während des Mittelalters bekam das Waschen, durch den Einfluss der Kirche, einen schlechten Ruf. Die Kirche befand alles Körperliche als Sünde. Diese Auffassung reichte bis in die Zeit des Barocks. Die Körperhygiene war sehr schlecht und das begünstigte Krankheiten. Es wurde mehr auf Duftstoffe gesetzt, welche Körpergerüche übertönen. Napoleons Frau brachte schließlich das Konzept des regelmäßigen Waschens und Körperhygiene wieder in Mode und revolutionierte den Lebensstandard und die Kosmetikindustrie.

In den kommenden Jahren wuchs die Kosmetikindustrie und wurde immer wichtiger für die Menschen.

In den 80er Jahren geschah eine große Entwicklung im Hinblick auf die Hautpflege. Inhaltsstoffe ließen sich nun durch die ersten Hautschichten schleusen. Das ebnete den Weg für das Antiaging und war ein Meilenstein für die komplette Kosmetik- und Hautpflegeindustrie. Mithilfe von sogenannten Liposomen können Inhaltsstoffe in die Haut eindringen und auch da wirken.

Aktuell erleben wir wieder einen Wandel mit. Kosmetikprodukte haben nun größtenteils einen natürlichen Ursprung und es wird auf Nachhaltigkeit gesetzt. Hautpflege und der richtige Sonnenschutz spielen ebenfalls vermehrt eine große Rolle.

Der Begriff Kosmetik entstand aus den altgriechischen Wort κοσμετικός kosmetikós und κοσμέω kosméo. Das bedeutet so viel wie ich ziere, ich ordne oder schmücke mich.

Was produziert die Kosmetikindustrie?

Das Hauptziel von Kosmetikherstellern ist das produzieren von Substanzen , welche den menschlichen Körper verschönern sollen. Diese Substanzen kommen in Berührung mit der menschlichen Haut, den Haaren, der Finger- und Fußnägeln und manchmal sogar Zähnen und Mundschleimhäuten. Das Anwendungsfeld erstreckt sich von reinigen, parfümieren oder schützen, bis hin zu verschönern oder in gutem Zustand erhalten. Deodorants zum Beispiel können sogar den menschlichen Körpergeruch verändern.

Produktbeispiele sind zum Nagellacke, Schminke, Körpercremes oder Duschgele . Auch Substanzen, die uns vor äußeren Einflüssen schützen, wie Sonnenschutzmittel gehören dazu.

Wie wird Kosmetik hergestellt?

Um zu verstehen, wie Pumpen in der Kosmetikindustrie funktionieren ist es zuerst wichtig zu verstehen, wie Kosmetik hergestellt wird.

Betrachtet man zum Beispiel eine ganz einfache Creme, welche nur aus ihren Grundbausteinen besteht, enthält sie gleichermaßen einen Wasser- und einen Fettanteil. Mithilfe eines Emulgators , welcher Bestandteil des Fettanteils ist, kann sich Wasser und Fett mischen. Die Fettphase enthält zusätzlich zu dem Emulgator noch einen Konsistenzgeber und pflanzliche Öle.

Pumpen in der Kosmetikindustrie müssen demnach problemlos Flüssigkeiten und auch Fette fördern können. Zusätzlich dazu müssen sie dosieren, mischen, abfüllen und temperieren können.

Beim Fördern von Wimperntusche muss die hochviskose Masse einer Mascara von einem großen Behälter in kleine Mascaratuben gefördert werden können.

Duft- und Farbstoffe müssen gleichmäßig dosiert werden können.

Wie dem Beispiel der Creme zu entnehmen ist, sollten Pumpen proportional Grundstoffe und gegebenenfalls Wirkstoffe zu Emulsionen vermischen können.

Produktionsmitarbeiter füllt Creme an
Herstellung von Kosmetik

Kosmetikpumpen pumpen auch in kleine Tuben und Gebinde mit Präzision.

Das Temperieren gewährleistet Wärmerückgewinnungskonzepte und optimiert kontinuierliche Prozesse.

In Deutschland gibt es sehr strenge Richtlinien über die Anforderungen an Kosmetikartikel und deren Produktionsprozess . Es wird kontinuierlich stichprobenartig kontrolliert. Zusätzlich dazu müssen Inhaltsstoffe genau gekennzeichnet werden, ebenso wie das Mindesthaltbarkeitsdatum . Hersteller müssen selbst dafür sorgen, dass ihre Produkte alle Vorschriften erfüllen. Seit 2013 gelten auch sehr strenge Regeln im Bezug auf Tierversuche. In der europäischen Union darf es keine Produkte mehr auf dem Markt geben, welche in irgendeiner Weise an Tieren getestet wurden.

Mehr dazu können sie auf der Seite des Bundesschutz für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit finden.

Welche Stoffe werden in der Kosmetikindustrie gefördert?

Je nach erwünschtem Endprodukt unterscheiden sich die Stoffe die gefördert werden müssen und auch der Prozess zur Herstellung. Lösungsmittel und Tenside werden zum Beispiel zu Hautreinigungsmitteln verarbeitet. Tenside und Feuchtigkeitsspender funktionieren sehr gut für Rasiergele oder Rasierschaum. Hautpflegeprodukte bestehen zum Großteil aus Fettkomponenten und Pflegestoffen. Sonnenschutzmitteln werden UV-Filter zugesetzt. Bei Mundhygienemitteln werden Titanoxide hinzugesetzt und bei Parfums und Stoffen mit Geruch helfen Duftöle. Gegebenenfalls werden noch Farbstoffe und Konservierungsstoffe bei Haarpflegeprodukten verwendet und Quellstoffe und Verdickungsmittel für dekorative Kosmetik oder Mittel zur Körperpflege.

Welche Pumpen eignen sich für die Förderung von Kosmetikprodukten?

Eine gute und unkomplizierte Lösung ist die Förderung mit Drehkolbenpumpen . Drehkolbenpumpen wahren die Hygienestandards durch ihren berührungsfreien Lauf. Sie fördern selbstansaugend und ventillos und gehören zu der Gruppe der Verdrängerpumpen. Im Inneren der Drehkolbenpumpe drehen sich zwei Drehkolben und erzeugen dadurch ein Vakuum, welches das Medium nach innen und anschließend nach außen fördert. Drehkolbenpumpen eignen sich, besonders durch ihren geringen Verschleiß und die Verhinderung von Kontamination während des Produktionskreislaufes , sehr gut für Kosmetikhersteller.

Außerdem sind Exzenterschneckenpumpen sehr gut geeignet. Sie arbeiten ebenfalls mit dem Verdrängungsprinzip. Diese Art von Pumpen funktionieren ideal für die schonende Förderung von hochviskosen und sogar zähen Fördermedien. Sie können kontinuierlich, aber auch dosierend arbeiten. Aufgebaut sind Exzenterschneckenpumpen aus einem Rotor, welcher sich in dem sogenannten Stator drehend bewegt. Das dadurch erzeugte Vakuum ermöglicht den Pumpvorgang. Die Fördermenge hängt speziell bei dieser Pumpe von der Größe und Drehzahl der Pumpe ab.

Vor allem aber ist die Pumpentechnologie unserer Taumelringpumpe ideal für den Produktionsprozess von Kosmetikprodukten geeignet. Im Inneren der Taumelringpumpe befindet sich ein ringförmiger Kolben, welcher auf einer Kugel sitzt. Dieser ist schräg zur Rotationsachse ausgerichtet und Teil einer rotierenden Welle. Die Kugel mitsamt Kolben sitzt in dem kugelförmigen Pumpengehäuse. Dreht sich die Welle nun, entsteht die gewünschte Taumelbewegung. Dadurch einsteht ein Vakuum, welches das Medium ansaugt und in die Druckseite der Pumpe befördert. Die Pumpe wird getrennt in Druck- und Saugseite. So ist auch hier eine schonende Förderung von hochviskosen Fördermedien speziell in der Kosmetikindustrie gegeben.

Mehr über unsere Taumelringpumpe finden Sie auf unserer Website oder in unserer Produktbroschüre .

Hier finden Sie mehr Informationen zu der Anwendung und Funktionsweise von Membranpumpen.

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